Dorfabend

Der Dorfabend findet in der Regel alle 2 Jahre statt. Er ist zu verstehen wie ein bunter Abend an dem sich möglichst viele Ortsvereine beteiligen und durch ihre Darbietungen (Sketche, Geschichten, Lieder, …) für einen kurzweiligen, unterhaltsamen Abend sorgen.

Früher wurde dieser Abend vom Pfarrgemeinderat veranstaltet, seit ein paar Jahren organisiert diesen der Kulturverein.

Neben gutem Essen und Trinken, Musik und viel guter Laune ist es eine weitere Möglichkeit sich mit seinen Mitbürgern zu treffen und eine „Gute Zeit“ zu haben.

Dorfabend Schwindegg November 2025

Dorfabend Schwindegg 2025

Texte mit Witz, Pfiff und Tiefgang 

Schwindegg Auf ging’s zum Dorfabend, schließlich ist es schon zwei Jahre her, daß der vorige stattfand. Vor vollem Haus spielte die Musikkapelle Schwindegg zum Auftakt und erfreute das Publikum zwischen den Beiträgen mit ihrer Musik. Walzer, Polka, Marsch brachten den richtigen Schwung in die Bahnhofsgaststätte, zwischen Sketchen, Gstanzln und Gesängen. Durch den Abend führte Karl-Michael Dürner, der Vorsitzende des Kulturvereins. Er trug auch gleich mit Hanse Marks Gstanzln vor und nahm dabei Pfarrer Thomas Barenth humorvoll unter die Lupe. Dessen Talent zu besonderen Festreden, wie bei der Feuerwehr, mit Helm auf dem Kopf, bringe die Leute in die Kirche. Neben dem Kulturverein trugen verschiedene Vereine zur Unterhaltung bei. Die Freiwillige Feuerwehr löschte bühnenwirksam einen Essensbrand, bei dem ein Würstl Suizid verübt hatte. Die Goldaria Schützen hatten mehrere Szenen vorbereitet. „Im Wirtshaus“ zeigte einen jungen Mann beim romantischen Treffen in selbigem, wobei sich zufällig auch die Eltern, die Spezln und die Tante nach und nach dort einfanden. Unvergessen dürfte auch die Ausstattung mit überdimensionierten Maßkrügen in einem weiteren Sketch bleiben. Eine schöne und besonders harmonische Einlage des Kirchenchors Schwindegg/ Obertaufkirchen folgte, wenn auch die Harmonie durch die Namensnennung etwas gestört wurde und der Name „Kirchenchor Obertaufkirchen/ Schwindegg“ zog sich als Gag durch den Abend. 

Vereine brachten sich ebenfalls ein

Erika Lentner und Karl-Michael Dürner wandten sich in „Die Bestellung“ gegen Datenklau und Datenmißbrauch. Sie skizzierten einen Kunden, der schon beim Pizzabestellen  durchleuchtet wird. Viel Phantasie verband Karl-Michael Dürner beim Schreiben all seiner Texte mit Kritik, mit Witz und Pfiff und Tiefgang. Zwei Jahre lang sammelte er Begebnisse aus Schwindegg und Umgebung. In Anlehnung an Schillers Gedicht von der Glocke schrieb er „Das Lied von der Glocke“ um, auf die Melodie von den „Capri-Fischern“, so daß im Refrain alles mitsingen konnte. Die Pause gestalteten die Stockhaisl Musikanten, die mit dem „Böhmerwald-Lied“ überleiteten und wieder konnte alles mitsingen und mit schunkeln. Grandios viele Lacher gab es bei dem Sketch „Das Dr. Dürnerlüngerl“. Beim Treffen der Gewerbetreibenden in Schwindegg, die Betreiberin einer Pizzeria, ein Bäcker, eine Pressedame, ein Blumenhändler und ein Verkäufer von Sanitätsfachwaren, besser bekannt als Postler, berieten über die Verwendung des „Markennamens“ Dr. Dürner unter der Leitung des zweiten Bürgermeisters. Die Beratung, mit kleinen Spitzen gegeneinander, gipfelte in den Vorschlägen: „Dr. Dürner-Doppelte“ beim Bäcker und „Dr. Dürner-Dagliatelle“ in der Pizzeria. Auch die Autorin dieser Zeilen kam beim Derblecken nicht ungeschoren davon, immerhin mit dunklen, langen Haaren, davon viele und mit perfektem Bayrisch.

Königsdisziplin Bürgermeister derblecken

In der Königsdisziplin, den Bürgermeister auf’s Korn zu nehmen, blickten die Gstanzlsinger mit Karl-Michael Dürner zurück auf die vergangenen sechs Jahre der Amtszeit. „Straßenbau, wohin ich grad schau, aber alles ist gesperrt“, war das aktuellste Beispiel und mündete, lustig übertrieben und sentimental im umgetexteten „Schon der Gedanke, daß ich Dich einmal verlieren könnt“, bezogen auf den Bürgermeisterposten. Bürgermeister Roland Kamhuber nahm es sportlich und bedankte sich bei Karl-Michael Dürner und den Mitwirkenden. „Du kannst etwas, daß nicht mehr viele können“, sagte er an Karl-Michael Dürner gewandt und nahm auch Bezug auf den Witz des Abends, den Namen des Kirchenchors. „Der Stachel mit dem Namen der Autobahnauffahrt sitzt tief“, erkannte er. Es endete ein sehr lustiger und unterhaltsamer Abend, an dem viel gelacht und geklatscht wurde.

 

Text und Bild: Nicole Sutherland